Wechselströme. Ostasien + ...

Ein Projekt des Konzerthauses Berlin in Zusammenarbeit mit der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., Berlin / Seoul
20. bis 25. September 2005
Konzerte im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen 2005

Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).

In der Konzertreihe “Wechselströme. Ostasien + ...” geht es um musikalische Wechselbeziehungen zwischen Kulturen, die aus historischer Sicht einander diametral entgegensetzt sind. Auf die herausragende Rolle des Einzeltons in der asiatischen Musik hat Isang Yun – der erste asiatische Komponist, der in Europa Fuß fassen konnte – nachdrücklich hingewiesen. Im Gegensatz zur europäischen Tradition der Mehrstimmigkeit ist die Musik Ostasiens durch tendenziell einstimmige, “monistische” Verläufe charakterisiert. Daher fokussiert unsere Konzertreihe verschiedene Arten des kompositorischen Umgangs mit dem Einzelton, Isang Yun sowie die Frage nach den Merkmalen einer spezifisch “asiatischen” Musik.

Dem Länderschwerpunkt Korea logisch vorgeschaltet ist der asiatische Raum in der Spiegelung durch ein Schlüsselwerk der neuen Musik: Ryôanji von John Cage ist durch den Zen-Buddhismus inspiriert. “Ryôanji” ist zunächst der Name eines Zen-Klosters in Kyôto. Die gleichnamige Komposition von Cage orientiert sich an den festumrissenen Steinen des Zen-Gartens, die er in Klang übersetzt, und am Sand, der Stille und Unendlichkeit symbolisiert (21. Sept.).

Auch in der Gegenüberstellung von Kammermusikwerken Morton Feldmans und Isang Yuns zeigt sich ein “anderes”, dem Europäer fremdes Verständnis von Zeit (20. Sept.).

Im Liederabend werden Ausschnitte aus Harawi, einem Hauptwerk von Olivier Messiaen, dessen rhythmisches Alphabet aus der indischen Musik abgeleitet ist, konfrontiert mit koreanischen sowie deutschen Liedern (22. Sept.).

Die Frage nach den musikalischen Ost-West-Beziehungen widerspiegelt sich auch im Debussy-Yun-Programm des Berliner Sinfonie-Orchesters (23./24. Sept.).

Mit Uraufführungen jüngerer koreanischer Komponisten bildet das Konzert “Korea heute” ein Panorama gegenwärtigen Komponierens. Während das Kammerensemble Neue Musik Berlin auf westlichen Instrumenten musiziert, verwendet das Contemporary Music Ensemble Seoul unter Leitung der Kayagum-Solistin Ji-young Yi ausschließlich traditionelle koreanische Instrumente. Das Programm dieses Abends umfasst neue Werke für beide Besetzungen, aber auch einen Programmteil, in dem beide Ensembles zusammen musizieren (24. Sept.).

Dienstag, 20. September 2005, Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal, 20 Uhr
1   Yun-Werkstatt 3: + Feldman
Isang Yun zum 88. Geburtstag

Isang Yun: Etüde I für Flöte solo (1974)
Morton Feldman: Durations 4 für Violine, Violoncello und Vibraphon (1961)
Isang Yun: Gasa für Violine und Klavier (1963)
Morton Feldman: Projection 1 für Violoncello solo (1950)
Isang Yun: Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1972/75)
Morton Feldman: Four instruments. Violine, Cello, Glocken, Klavier (1965)
Isang Yun: Images für Flöte, Oboe, Violine und Violoncello (1968)

Roswitha Staege (Flöte), Clara Dent (Oboe)
Mi-Joo Lee (Klavier), Richard Armbruster (Vibraphon / Glocken)
Andreas Buschatz (Violine), Jens Peter Maintz (Violoncello)

Mittwoch, 21. September 2005, Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal, 20 Uhr
2   John Cage: Ryôanji (1985)
“Ryôanji” ist der Name eines Zen-Klosters in Kyôto. Die Komposition von John Cage orientiert sich an den festumrissenen Steinen des Zen-Gartens, die er in Klang übersetzt, und am Sand, der Unendlichkeit symbolisiert ...

Mirakus2. Texte von Marcel Duchamp für Stimme solo (1984)
Ryôanji für Oboe und Schlagzeug (1985)
Aria für Stimme (1958)
Ryôanji für Flöte, Oboe und Schlagzeug (1985)

Maria Kowollik (Alt)
Roswitha Staege (Flöte), Yeon-Hee Kwak (Oboe), Richard Armbruster (Schlagzeug)

Donnerstag, 22. September 2005, Konzerthaus Berlin, Kleiner Saal, 20 Uhr
3   Chants d’amour et de la mort. Liederabend

Werke von Olivier Messiaen (Harawi. Chant d’amour et de la mort, 1945),
Byung-Dong Paik u. a., Franz Schreker und Viktor Ullmann

Hye-jae Hwang (Mezzosopran), Axel Bauni (Klavier)

Freitag / Samstag, 23./24. September 2005, Konzerthaus Berlin, Großer Saal, 20 Uhr
4   Orchesterkonzert

Yun: Bara. Orchesterstück (1960)
Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune (1892/94)
Yun: Konzert für Flöte und kleines Orchester (1977)
Schumann: 2. Symphonie C-Dur

Pirmin Grehl, Berliner Sinfonie-Orchester, Michael Boder

Samstag, 24. September 2005, Konzerthaus Berlin, Werner-Otto-Saal, 20 Uhr
5   Korea heute
Neue Musik aus Korea mit traditionellen und westlichen Instrumenten

Insun Cho: Reflexion II für Gayageum, Daegeum und Schlaginstrumente (2004)
Jiesun Lim: Born again für Daegeum, Piri, Ssaenghwang, Geomungo und koreanische Schlaginstrumente (2005). Uraufführung
Hyejin Yoon: Seed inside the Tree in a Seed für fünf Spieler koreanischer Instrumente (2005). Uraufführung
Uzong Choe: Air für Klavier und Streichquartett (2005). Uraufführung
Soo-Jung Shin: R. S. für Schlagzeug solo (1999/2000)
Unsuk Chin: Akrostichon - Wortspiel. Sieben Szenen für Sopran und Kammerensemble (1991/93)
Sungji Hong: Descending Flow für Gayageum und Kammerensemble (2005). Uraufführung
Il-Ryun Chung: Shinaui. Septett für koreanische und westliche Instrumente (2005). Uraufführung
Yong-nan Park: Mind Game II für koreanische und westliche Instrumente (2005). Uraufführung

Mit Unterstützung der Korean Culture & Arts Foundation

Contemporary Music Ensemble Seoul, Ji-young Yi (Ltg.)
Ksenija Lukic (Sopran), Kammerensemble Neue Musik Berlin, Roland Kluttig (Ltg.)